Was mobile Nutzer von Apps erwarten

Daniel Knott Daniel Knott
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Je besser eine App die Erwartungen ihrer Nutzer erfüllt, desto höher sind auch deren Ansprüche. Die Erfüllung von User-Bedürfnissen ist daher ein kontinuierlicher Prozess.

Mit dem Erscheinen des Apple iPhones im Jahr 2007 und den nachfolgenden Android-Handys wurde der Grundstein für moderne Smartphones und die Installation von Apps auf mobilen Geräten gelegt. Was eine gute App ausmacht, wurde in den letzten Jahren vor allem durch die strengen Richtlinien für die Aufnahme von Apps in den Apple App Store und den schnell wachsenden Markt konkurrierender Drittanbieter beeinflusst.

Eine Eigenschaft, die aber jede „gute“ App auszeichnet, ist, dass sie die Erwartungen der Nutzer zu einem zufriedenstellenden Grad erfüllt. Diverse Studien und Anwenderberichte zur mobilen Nutzung von Unternehmen wie Techbeacon und Arctouch kommen zu dem Schluss, dass mobile Nutzer deutlich höhere Erwartungen an Apps und responsive Webseiten haben als etwa an Desktop-Anwendungen.

Unternehmen sollten daher regelmäßig die Erwartungen ihrer mobilen Anwender analysieren, um zu vermeiden, dass die unternehmenseigenen Apps die Bedürfnisse und Präferenzen der Zielgruppe verfehlen. In meiner Funktion als Lead Software Test Engineer möchte ich Ihnen im Folgenden einen Überblick darüber vermitteln, was App-Nutzer im Allgemeinen von einer guten App erwarten.

Was sind die Hauptgründe, warum User Apps löschen?

In den meisten Berichten und Studien zur App-Nutzung werden vier Hauptgründe dafür genannt, warum 80 Prozent der User eine App schon nach der ersten Nutzung löschen: schlechtes Design, schlechte User Experience, langsame Performance und Absturzneigung unmittelbar nach der Installation.

Positiv ausgedrückt lässt sich sagen, dass App-Nutzer hohe Ansprüche an die Usability, Performance und Zuverlässigkeit von Apps stellen. Diese drei Aspekte werden mit Abstand am häufigsten genannt, wenn es darum geht, welche Beanstandungen bzw. Wünsche Anwender im Hinblick auf Apps haben.

All diese positiven und negativen Aspekte prägen den ersten Eindruck der User, wenn sie eine App erstmals starten. Daher zählt die Bekanntmachung mit einer App zu den frühesten und wichtigsten User-Interaktionen. Schon an dieser Stelle besteht das große Risiko, dass sich die Nutzer verabschieden und nach Alternativen Ausschau halten.

Welche Aspekte einer App prägen den ersten Eindruck?

Der Erfolg von Apps hängt vom mobilen Gesamterlebnis ab. Um Kunden zufriedenzustellen, müssen App-Entwicklungsteams zahlreiche Aspekte berücksichtigen. Am wichtigsten ist die App-Performance. Hier entsteht der erste Eindruck direkt nach der Installation. Wenn die App beim ersten Laden länger als zwei Sekunden benötigt, ist der Daumen des Users schnell wieder auf der Löschtaste.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Gestaltung der App. Schaltflächen, Logos und Texte müssen sich optimal in das Layout fügen und einfach zu bedienen sein. Gerade bei zu übersetzenden Texten (unterschiedliche Textlauflänge in den verschiedenen Sprachen) ist es wichtig, dass Look & Feel in allen Sprachen einheitlich sind.

Je einfacher und intuitiver eine App ist, desto besser

Eine goldene Regel lautet, dass überflüssige Schritte zu eliminieren sind, um Frust bei den App-Nutzern zu vermeiden. Beispielsweise sollte beim Antippen eines Nummerneingabefeldes automatisch die Zahlentastatur eingeblendet werden. Das Anzeigen der normalen Tastatur wäre für den User ein unnötiger, zusätzlicher Schritt.

Ein weiterer Punkt, den jeder App-Entwickler auf dem Schirm haben sollte, ist, ob die App einhändig bedient werden kann. Mit zunehmender Bildschirmgröße wird es für die User immer schwieriger, die obere linke oder rechte Ecke zu erreichen. Wichtige Features sollten sich daher nicht in diesem Bereich befinden. Auch die Größe der Schaltflächen und Logos muss berücksichtigt werden. Sind sie gut lesbar und verständlich? Apps müssen selbsterklärend sein und eine konsistente Design- und Interaktionssprache aufweisen.

Gefragt ist eine gute App-Performance bei geringem Akkuverbrauch

Smartphones bieten eine Vielzahl nützlicher Features, doch jedes einzelne wirkt sich auf die Akkulebensdauer aus. Aus Anwendersicht können Apps komplexe Prozesse stark vereinfachen, doch das rechtfertigt keine App, die mehr verbraucht als zwei Apps zusammen.

Dazu folgendes Beispiel:

Wenn eine E-Commerce-App viele Produktfotos enthält, sollte unbedingt eine Zoom-Funktion angeboten werden. Mithilfe der Pinch-to-Zoom-Geste kann der User die Bilder vergrößern, um mehr Details zu sehen. Verwendet die App jedoch sehr viele Fotos, sollte auf die Bildgröße geachtet werden. Für große Bilder müssen mehr Daten aus dem Backend abgerufen werden, was einen enormen Einfluss auf die Performance und den mobilen Datenverbrauch hat.

Schon während der Entwicklungsphase muss geprüft werden, welchen Einfluss die App auf die Akkuleistung hat. Wenn eine App im geschlossenen Zustand überflüssige Dienste ausführt, werden die Nutzer dies schnell am Akkustand bemerken.

Neben dem Akkuverbrauch ist auch der Datenverbrauch entscheidend. Wie bereits erwähnt sollte bei einer sehr bildlastigen App der Großteil der Bilder bereits in der App sein und nicht jedes Mal vom Server geladen werden müssen. Wenn dies nicht möglich ist, sollte die bestmögliche Bildqualität bei kleinstmöglicher Bildgröße angepeilt werden. Die App sollte nur Daten senden und anfordern, die sie zur Ausführung der jeweiligen Aktion auch tatsächlich benötigt.

Die Erwartungen der App-Nutzer anhand der Daten bestimmen

Wenn Ihr App-Entwicklungsteam die oben genannten Aspekte berücksichtigt hat, kommt ihre App bei den Nutzern mit großer Wahrscheinlichkeit gut an. Doch bei fast sechs Millionen Apps, die in den App Stores erhältlich sind (darunter vermutlich so einige, die unmittelbar mit ihrer App konkurrieren), kann schon ein einziger Schönheitsfehler dazu führen, dass Ihre User zur Konkurrenz überlaufen.

Um das zu verhindern, sollten Sie so viel wie möglich über die Bedürfnisse und Präferenzen Ihrer Kunden (im Hinblick auf die Produkte und die Features) in Erfahrung bringen. Die entsprechenden Informationen helfen Ihren App-Entwicklern und Product Ownern/Managern dabei, ein Produkt zu entwickeln, das den hohen Erwartungen der User gerecht wird.

Daten können auf vielfältige Weise erhoben werden, z. B. durch bereits vorhandene Produktdaten, Usability-Studien oder Marktforschung. Die Daten dienen Ihrem QA-Team als Grundlage für die Durchführung intensiver Tests, wie etwa Funktionstests, die gewährleisten, dass die App auf den unterschiedlichen Endgeräten und in verschiedenen Anwendungsszenarien reibungslos läuft.

Je besser eine App die Erwartungen ihrer Nutzer erfüllt, desto höher sind auch deren Ansprüche. Die Erfüllung von User-Bedürfnissen ist daher ein kontinuierlicher Prozess. Damit eine App den Erwartungen und Präferenzen der Nutzer langfristig gerecht werden kann, sollte dem Thema Qualitätssicherung ein hoher Stellenwert eingeräumt werden. Crowdtesting kann Sie dabei unterstützen, die Bedürfnisse Ihrer Kunden zu kennen und vorwegzunehmen.

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