Entwicklung einer Strategie für Lokalisierungstests

Dan CagenDan Cagen
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Fragen, die QA Manager aufgreifen sollten, wenn sie ein Produkt auf einem anderen Markt einführen

Beim internationalen Release eines Softwareprodukts sind Lokalisierungstests unabdingbar.

Eine Softwareanwendung, die ausschließlich für Anwender in den Vereinigten Staaten entwickelt wurde, wird international keinen Erfolg haben. Anwender möchten mit Anwendungen arbeiten, die sie dort abholen, wo sie sind, und obendrein ihre Erwartungen erfüllen.

Durch Lokalisierungstests kann sichergestellt werden, dass Anwendungen wie erwartet funktionieren – und das in verschiedenen Gebietsschemata mit diversen Sprachen, Formatierungspräferenzen und kulturellen Erwartungen.

Wie kannst du also eine Strategie für Lokalisierungstests entwickeln, die bestätigen, dass deine Produkte von einem internationalen Publikum angenommen werden?

Lokalisierungstests sind eine Herausforderung

Lokalisierungstests sind zwar aufwendig, aber absolut die Mühe wert, wenn eine Anwendung in mehreren Märkten, Nationen oder Regionen eingeführt werden soll.

Sie umfassen funktionale Tests, die Änderungen in folgenden Bereichen abdecken:

  • Sprache,
  • Datums-/Zeitformat,
  • Währung,
  • UI-Anzeige.

Ferner sollten Lokalisierungstests regionale kulturelle Nuancen innerhalb einer Sprache sowie kulturelle Unterschiede in Bezug auf Anzeigeelemente, Beschreibungen und Workflows berücksichtigen.

  • Diese können beispielsweise in folgenden Bereichen auftreten:
  • Zahlen (d. h. länderabhängige Trennzeichen wie Kommas oder Punkte),
  • Format von Telefonnummern,
  • Format von Postadressen,
  • Maßeinheiten,
  • Stil (Laufrichtung des Textes, Schriftart und -größe, Farbschemata),
  • Zeichencodierung.

Produktteams sollten die Lokalisierungsanforderungen bereits während des Anwendungsdesigns und in der Planungsphase berücksichtigen. Aber oft ändern sich Anforderungen mit der Weiterentwicklung des Projekts und Geschäfts. Idealerweise sollte daher am Ende des SDLC möglichst viel Zeit für Lokalisierungstests eingeplant werden.

In vielen Fällen kann das interne QA-Team nicht die Tests für alle Länder auf allen Ebenen abdecken. Zwar können erfahrene QA-Tester die Lokalisierungen der Übersetzungen, UI-Texte, Währungen und Funktionsabweichungen testen, sind jedoch mit der Überprüfung von kulturellen Eigenheiten überfordert.

Für diese Art von Lokalisierungstests solltest du in deinen funktionalen Tests Zeit und Budget einplanen. Es ist im besten Interesse deines Unternehmens, einen Experten einzustellen, der die Anwendung auf ebenjene kulturellen Nuancen prüft, bevor diese in die Phase der Regressionstests geht. Eine Person aus der Zielkultur ist die perfekte Wahl, wenn es darum geht, kulturelle Unterschiede zu prüfen.

Eine Person aus der Zielkultur ist die perfekte Wahl, wenn es darum geht, kulturelle Unterschiede zu prüfen.

So entwickelst du eine Strategie für Lokalisierungstests

Definiere zuerst, welche Länder oder Gebietsschemata unterstützt werden sollen. Anhand der Punkte unten kannst du deine Strategie für Lokalisierungstests entwickeln.

  • Welche spezifischen technischen Eigenschaften erfordert jedes Gebietsschema? Wie müssen Datums-/Zeitformat und Währung aussehen und welche gängigen lokalen Normen oder gesetzlichen Standards müssen eingehalten werden?
  • In welche Sprachen muss übersetzt werden? In einigen Sprachen gibt es erhebliche regionale Unterschiede oder Dialekte. Du musst also festlegen, welche spezifische Ausprägung der Sprache die Anwendung unterstützen soll.
  • Welche Anpassungen in Bezug auf Schaltflächengröße, Datenspalten und andere Anzeigeelemente sind nötig? Das jeweilige Gebietsschema und die mögliche Sprachauswahl können sich erheblich auf die UI-Anzeige der Anwendung auswirken.
  • Hast du Muttersprachler oder Leute mit einem tiefgreifenden Verständnis der unterstützten Gebietsschemata in deinem Entwickler- oder QA-Testing-Team? Diese tragen dazu bei, dass das Design und die Entwicklung in die richtige Richtung laufen.
  • Gelten für das Produkt lokale Gesetze oder Normen? Möglicherweise solltest du einen erfahrenen Experten beschäftigen, damit die Anwendung alle behördlichen Anforderungen erfüllt. Jene sollten möglichst schon weit im Voraus bedacht werden, um die Auswirkungen auf die Release-Pläne der Anwendung zu minimieren.
  • Gibt es kulturelle, soziale, religiöse oder politische Erwartungen im Zielland, die berücksichtigt werden müssen?
  • Wie speichert deine Datenbank verschiedene Übersetzungen und Werte? Ein Beispiel hierfür ist die Art, wie für verschiedene Gebietsschemata das Datums-/Zeitformat gespeichert werden. Probleme in diesem Bereich sind häufig für Fehler bei der Datenspeicherung und -verarbeitung in einer Anwendung verantwortlich.
  • Wie wird die Anwendung in den verschiedenen Gebietsschemata ausgeführt? Das Konfigurationsdesign bestimmt, wie einfach die Anwendung konsistent für jedes unterstützte Gebietsschema veröffentlicht werden kann.

Traditionelles QA-Testing

Neben all diesen spezifischen Fragen zur Lokalisierung müssen die Entwicklungsteams auch sicherstellen, dass sie traditionelle Funktions- und UI-Tests in den lokalen Märkten durchführen können.

QA-Tests für Lokalisierungen müssen umfassende UI-Anzeigetests beinhalten, in denen Folgendes geprüft wird:

  • abgeschnittene Wörter oder Phrasen,
  • konsistente Schriftgröße und -art,
  • an Gebietsschemata angepasstes Layout und angepasster Workflow,
  • die Funktionalität innerhalb der Anwendung unabhängig vom Gebietsschema,
  • das erwartungsgemäße Speichern von Daten zwischen Sitzungen,
  • gemeinsam durchgeführte Tests und gemeinsam durchgeführter Support für externe Lokalisierungs- und Übersetzungstestdienste, sofern nötig.

Hilfe bei Lokalisierungstests

Die wenigsten Unternehmen können alle (oder auch nur die meisten) Tests intern durchführen. Lokalisierungstests erfordern meist zusätzliche Ressourcen für die Überprüfung von Übersetzung, verständlichen Akronymen und kulturellen Nuancen. Die Anwendung vor dem Release von einem professionellen Lokalisierungsanbieter oder -experten überprüfen zu lassen garantiert, dass sie wie erwartet verstanden wird.

Die wenigsten Unternehmen können alle (oder auch nur die meisten) Tests intern durchführen.

Applause testet auf globaler Ebene und kann marktinterne Tester in allen Regionen bereitstellen, in die du expandieren möchtest. Die Tester von Applause arbeiten dort, wo sie leben. So stellen sie sicher, dass lokale Nuancen erwartungsgemäß übersetzt werden und dass die Anwendung die spezifischen Anforderungen des Gebietsschemas erfüllt und wie erwartet verstanden wird.

Applause hat bereits Unternehmen wie Paysafe (mit Tests in 50 Ländern) und Benefit Cosmetics bei ihren Lokalisierungstests unterstützt.

„Bei der Live-Schaltung der Website haben wir die Tests innerhalb der Länder für alle Websites [mit Applause] durchgeführt“, so Aruna Kapa, QA-Ingenieur bei Benefit Cosmetics. „Wir mussten 22 einzelne Sprachen und 42 ganze Websites mit mindestens 12 verschiedenen Browser-Stacks testen. Ein einzelnes kleines Team im Unternehmen reicht dafür nicht aus … Ich empfehle jedem, der viele Websites und viele Sprachen testen muss, die Dienstleistungen von Applause.“

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