Sprachsuche: Was der Voice-Search-Trend für die Retail-Branche bedeutet

Emerson Sklar Emerson Sklar
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SEO ist nach wie vor das prägende Thema des Online-Marketings, doch den meisten Unternehmen mangelt es an Optimierungen für Voice Search.

Wusstest du, dass bei Google täglich rund 3,5 Milliarden Suchanfragen eingehen? Nicht umsonst legen Unternehmen großen Wert auf Suchmaschinenoptimierung (SEO): Denn wer im Ranking der Suchmaschinen nicht ganz weit oben erscheint, dem entgeht bares Geld. Als wäre SEO nicht schon komplex genug, gilt es jetzt auch noch die Herausforderungen der Sprachsuche zu meistern.

Das Marktforschungsunternehmen Comscore prognostiziert, dass 2020 bereits 50 Prozent aller Suchanfragen per Sprachbefehl erfolgen werden. Ob es bis dahin wirklich dazu kommt, ist offen. Fest steht aber, dass sich das Verhalten der Verbraucher massiv verändern wird. Einer der größten Unterschiede zwischen der Sprachsuche und der textbasierten Suche ist die Art und Weise der Nutzung. Dies müssen Unternehmen bei Ihrer Voice-Search-Strategie entsprechend berücksichtigen.

Selbst wenn die 50-Prozent-Prognose sich nicht bestätigt, lässt sich nicht abstreiten, dass der Anteil von Suchanfragen, die per Sprachbefehl erfolgen, stetig wächst. Konsumentenstudien des Lösungsanbieters Narvar haben ergeben, dass bereits 70 Prozent der Nutzer per Sprachbefehl einkaufen oder beabsichtigen, dies in Zukunft zu tun. Retailer, die sich bisher noch nicht strategisch mit dem Thema Voice Search Optimisation auseinandergesetzt haben, sollten dringend damit anfangen. Auf drei der häufigsten Fragen zu dem Thema liefern wir im Folgenden Antworten:

1. Wonach suchen Nutzer per Sprachbefehl?

Während das regelmäßige Shoppen per Sprachbefehl bisher noch ein Nischenphänomen bleibt, werden Sprachassistenten bereits heute zur Unterstützung des Shopping-Erlebnisses genutzt. Laut BrightLocal haben in den vergangenen 12 Monaten 58 Prozent der befragten Verbraucher die Sprachsuche genutzt, um nach einem lokal tätigen Unternehmen zu suchen. Zu den häufigsten Anwendungsfällen zählt dabei die Suche nach Informationen wie Telefonnummern, Adressen, Wegbeschreibungen und Öffnungszeiten.

Darüber hinaus ergab eine Umfrage von Narvar, dass 51 Prozent der Nutzer Sprachbefehle verwenden, um sich vor einem Kauf über das jeweilige Produkt zu informieren. Bereits jetzt recherchieren 88 Prozent der US-Verbraucher Produkte online, bevor sie diese im Laden kaufen. Dass sich dieses Nutzerverhalten auch im Voice-Bereich abzeichnet, ist nicht verwunderlich. Und es ist ein Grund mehr für Unternehmen, sicherzustellen, dass die im Netz bereitgestellten Informationen zu 100 Prozent korrekt sind, um im Wettbewerb um Sichtbarkeit und Traffic mithalten zu können.

2. Was bedeutet der Voice-Trend für die Retail-Branche?

Der Handel wird sich beim Thema Voice Search strategisch anders aufstellen müssen. Wer dachte, bei der klassischen Websuche herrsche ein scharfer Wettbewerb, hat sich noch nicht näher mit der Sprachsuche befasst. Eine typische Online-Suche ergibt Tausende (wenn nicht sogar Millionen) relevanter Suchergebnisse, von denen pro Seite zehn Treffer angezeigt werden – bezahlte Suchergebnisse nicht mitberücksichtigt. Nutzer haben so die Möglichkeit, verschiedene Optionen zu bewerten und eine Auswahl zu treffen.

Eine typische Sprachsuche per Smartphone liefert hingegen drei Top-Resultate. Eine Suchanfrage auf einem Voice-only-Device liefert genau ein Suchergebnis. Wer also nicht an erster Stelle des Suchmaschinenrankings steht, wird schlichtweg „überhört“.

3. Was kann ich in Bezug auf Voice Search und SEO verbessern?

Die Entwicklung einer erfolgreichen VEO-Strategie (Voice Engine Optimisation) wird nicht einfach sein. Je besser du deine Nutzer verstehst, desto besser kannst du ihre Sprachanfragen bedienen. Bei sprachbasierten Suchanfragen stehen nicht einzelne Keywords, sondern ausformulierte Fragestellungen im Mittelpunkt. Content zu generieren, der die W-Fragen (Warum? Was? Wie? Wo? Warum?) beantwortet, ist für die Optimierung der Sprachsuche von großer Bedeutung.

Kurze, präzise Formulierungen eignen sich ideal. Niemand will sich eine langwierige oder komplizierte Antwort anhören. Laut Backlinko ist das typische Voice-Suchergebnis im Schnitt 29 Wörter lang und vom Sprachniveau her leicht und verständlich formuliert.

Weiterhin gingen in der Backlinko-Studie 40,7 Prozent der Sprachsuchergebnisse aus einem Featured Snippet der Google-Suche hervor. Sprachassistenten lesen derzeit als Antwort auf eine Suchanfrage bevorzugt Texte aus Featured Snippets vor. Es ist dementsprechend sinnvoll, Inhalte für das Featured Snippet zu optimieren.


Die Sprachsuche ist im Retail-Bereich auf dem Vormarsch. Wer Voice-Search-Optimierung noch nicht in seine Content-Strategie aufgenommen hat, sollte also dringend damit anfangen. Tatsächlich besuchen 27 Prozent der Verbraucher nach einer Sprachsuche die Website des jeweiligen lokalen Unternehmens, wie BrightLocal herausgefunden hat.

Es führt also kein Weg an Voice-Search-Optimierung vorbei. Die Suche per Sprachbefehl ist kein Zukunftsszenario. Sie verändert die Retail-Branche bereits jetzt. Unternehmen, die dies erkennen und Wege finden, ihren Content für die Sprachsuche zu optimieren, werden im Wettbewerb die Nase vorn haben. Worauf also noch warten?

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