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QA Beginner-Guide: Mobile Testgeräte gruppieren und priorisieren

Daniel Knott • 17. April 2018

Die richtigen Testgeräte für eine App zu identifizieren, ist eine der schwierigsten Herausforderungen, die ein Manager für Mobiles Testing lösen muss. In dem Artikel „Die passende Geräteabdeckung - wie Sie auf den richtigen Geräten testen“ habe ich erklärt, wie man die Anzahl der Testgeräte minimiert, und anhand von praktischen Schritten aufgezeigt, wie die Testgeräte für ein Produkt ausgesucht werden sollten. Allerdings ist das nur die Hälfte der Arbeit, wenn man die unterschiedlichen Testgeräte nicht gruppiert und priorisiert, um ein professionelles Mobiles-Testgerät-Management (MDM) zu etablieren.

Eine Liste von Testgeräten erstellen

Zu Beginn muss die Zielgruppe identifiziert werden. Wenn diese bekannt ist, kann ein Manager für Mobiles Testing die Daten über die Zielgruppe sammeln und Rollen erstellen. Abhängig von den Nutzgewohnheiten werden bestimmte Mobilgeräte identifiziert, auf denen die App getestet werden muss.

Abhängig von der App und der Benutzerbasis ist es möglich, das der Manager für Mobiles Testing mehr als 30 Geräte identifiziert, die in der Entwicklungs- und Testphase abgedeckt werden müssen. Der Manager sollte die Geräte von der höchsten bis zu niedrigsten Priorität einordnen und in Gruppen aufteilen.

Erstellen von Gerätegruppen und Priorisierung

Im folgenden Beispiel hat die erste Gruppe die höchste Priorität, ‚A‘. Geräte in dieser Gruppe sind die meist genutzten der Benutzerbasis und stellen die neuesten Geräte auf dem Markt dar. Sie verfügen über leistungsstarke Hardware, einen großen Bildschirm mit hoher Auflösung und Pixeldichte, als auch das neueste Betriebssystem und die aktuellste Version des Browsers.

Gruppe 1, Priorität A:

  • High-End Geräte
  • Quad Core CPU
  • +3GB RAM
  • Displaygröße >5“
  • Retina, Full-HD Display
  • Neustes Betriebssystem verfügbar

Die zweite Gruppe hat eine mittlere Priorität, ‚B‘. Geräte in dieser Gruppe sind die Mittelklasse. Die Hardware ist durchschnittlich gut, mit einem kleineren CPU, Bildschirmauflösung und Größe ähnlich wie in Gruppe A, und die Version des Betriebssystems sollte nicht älter als ein Jahr sein.

Gruppe 2, Priorität B:

  • Mittelklasse Geräte
  • Dual Core CPU
  • 1GB RAM
  • Displaygröße <5“
  • Kein Retina oder Full-HD Display
  • Betriebssystem jünger als 1 Jahr

Die dritte Gruppe hat eine niedrige Priorität, ‚C‘. Diese Geräte haben einen langsamen CPU, eine niedrige Auflösung und Pixeldichte, und Softwareversionen, die älter als ein Jahr sind.

Gruppe 3, Priorität C:

  • Langsame Geräte
  • Single Core CPU
  • <1GB RAM
  • Displaygröße <4”
  • Niedrige Auflösung
  • Betriebssystem älter als 1 Jahr

Definierung von Anforderungen für jede Gruppe

Wenn die Gruppen festgelegt sind, muss der Manager für Mobiles Testing anschließend die Anforderungen für jede Gruppe festlegen. Die Anforderungen können bedeuten, dass Funktionalität, Design und Benutzerfreundlichkeit zu 100% abgedeckt werden. In diesem Fall müsste Gruppe A diese drei Anforderungen zu 100% erfüllen.

Geräte in der Gruppe B müssen Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit zu 100% erfüllen. Allerdings muss das Design nicht mehr perfekt sein, da die Bildschirme kleiner ausfallen.

Für Gruppe C muss Design und Benutzerfreundlichkeit nicht perfekt sein, da sowohl Geräte-Hardware als auch Software alt sind. Allerdings muss die Funktionalität zu 100% erhalten bleiben.

Die Gruppen und Geräte auf dem neusten Stand halten

Wenn die Gruppen einmal im mobilen Entwicklungszyklus des Unternehmens etabliert sind, müssen die Manager dafür sorgen, das diese auch auf neustem Stand bleiben. Das bedeutet, den Markt für Mobilgeräte auf neue Geräte zu überwachen und die Gerätenutzung der Zielkonsumenten zu überprüfen.

Sollte ein neues Betriebssystem vom Hersteller veröffentlicht werden, muss der Manager für Mobiles Testen überprüfen, ob diese Version auch von den Konsumenten genutzt wird, und die Gerätegruppen dementsprechend aktualisieren.

Was in Theorie verständlich und einfach klingt, ist in der Umsetzung kompliziert. Einen Überblick über den wachsenden Markt von mobilen Geräten zu halten, ist ein wesentlicher und komplexer Teil des Mobilen Testings. Je nach Organisation der Mobilentwicklung in einem Unternehmen, der Nutzerbasis, und Apps in der Entwicklungsphase kann MDM ein Vollzeitjob sein. Viele Unternehmen können dies nicht realistisch in einem internen QA Labor oder mit Testteams unterstützen und wählen daher Crowdtesting als Lösung.

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