Nur 26% der Unternehmen empfinden ihre neuesten „Internet Of Things“-Projekte als geglückt
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Nur 26% der Unternehmen empfinden ihre neuesten „Internet Of Things“-Projekte als geglückt

David Bolton • 14. Juli 2017

„Erfolg ist nicht endgültig, Misserfolg ist nicht tödlich: Es ist der Mut, weiterzumachen, auf den es ankommt. “- Winston Churchill.

Es mag sein, dass Unternehmen ,die das „Internet Of Things“ (IoT) in ihre alltäglichen Unternehmenspraktiken integrieren, nicht den Riesenerfolg erzielen, den sie ursprünglich erwartet haben.

Einem Bericht von Cisco zufolge haben Unternehmen, die sich dafür entscheiden eine „Internet Of Things“-Initiative zu ergreifen, nicht notwendigerweise Erfolg. Laut Ciscos Bericht „The Journey to IoT Value; Challenges, Breakthrough and Best Practices“ bewerten nur rund 26% der Unternehmen ihre jüngsten IoT-Projekte als erfolgreich.

Ganze 60% der Unternehmensführer, die von Cisco befragt wurden, gingen davon aus, dass ihr Fortschritt langsam von statten ging und zwar aufgrund von erfolgsbeschränkenden Faktoren wie der Qualität von Daten, der internen Expertise, der tatsächlichen Integrattion und des Budgets. Selbst bereits abgeschlossene Projekte wurden oft nicht als Erfolg bezeichnet, wobei sogar ein Drittel der Projekte konkrete Erwartungen verfehlte.

Das Problem ist meist, dass sich die Integration von vernetzten Geräten oft sehr gut auf dem Papier macht, sich danach jedoch oft als komplexer als gedacht herausstellt. Der Bericht, welcher im Rahmen des jüngsten „IoT World Forum“ in London veröffentlicht wurde, geht davon aus, dass das IoT eines Tages „so unverzichtbar wie das Internet selbst“ sein würde, doch dass die Integration in Unternehmen dabei oft schwierig sei.

Als ein Nebenprodukt dieser unerfüllten Erwartungen äußerten 64% der Befragten, dass die verzögerten oder gescheiterten Projekte das Investment der einzelnen Unternehmen in das IoT noch gesteigert hätten. Laut IDC sind die globalen Ausgaben für das IoT für 2021 mit insgesamt 1,4 Billionen US-Dollar veranschlagt, wobei Unternehmen und nicht die Konsumenten für das Wachstum verantwortlich sein werden.

Unter Berücksichtigung dessen wird im Bericht davon ausgegangen, dass der menschliche Faktor der Schlüssel zu einer erfolgreichen IoT-Einbindung bleibt.

In einer Pressemitteilung von Cisco heißt es: „IoT mag sich so anhören, als ginge es nur um Technologie, aber menschliche Faktoren wie Kultur, Organisation und Führung bleiben wesentlich.“ „Tatsächlich haben drei von vier der wichtigsten Faktoren hinter erfolgreichen Projekten der IoT-Einbindung mit Menschen und Beziehungen zu tun.“

Unternehmen brauchen das Internet Of Things

Obwohl das IoT zumindest im Auge der Öffentlichkeit weiterhin als eine junge Technologie betrachtet wird, geht der Bericht davon aus, dass für Unternehmen handfeste Vorteile bestehen.

Ungefähr 73% der Befragten äußerten, dass Daten aus einem funktionierenden IoT einen relevanten Effekt auf Unternehmenspraktiken haben. 47% der Befragten sagten, dass die Produktqualität verbessert werden konnte und 46% verwiesen auf eine Verbesserung im Entscheidungsprozess. Die Konsumenteninteraktion hat ebenso von der IoT-Integration profitiert. 44% der Befragten gingen dementsprechend von einer Verbesserung bzw. von einem Zugewinn neuer Kundenbeziehungen aus.

iot train

Zusätzlich geht der Bericht davon aus, dass die aufgrund des IoT gebotenen Möglichkeiten für Unternehmen unbegrenzt seien.

61% der Befragten äußerten, dass ihre Organisationen noch nicht einmal an der Oberfläche der Möglichkeiten kratzen, die vernetzte Geräte und Plattformen ihre Unternehmen eröffnen könnten, wobei die erfolgreichsten dieser Unternehmen die Zügel bei der Integration in die Hand nehmen und mit ausgewählten Partnern aus dem Ökosystem zusammenarbeiten.

Der Cisco-Bericht führt weiter aus und stellt die These auf, dass das, was eine erfolgreiche Einbindung des Internet Of Things definiert, ganz und gar auf die unternehmensinterne Wahrnehmung ankäme.

Für den vorliegenden Bericht befragte Cisco 1.845 Geschäftsentscheidungsträger in IT- und anderen Unternehmen (55% aus dem IT-Bereich) aus einer Reihe von Branchen in den USA, dem Vereinigten Königreich und Indien. Alle Befragten arbeiteten für Unternehmen, die die IoT-Einbindung in ihre Arbeitspraktiken entweder bereits vollzogen hatten oder gerade dabei waren. Es ist ebenso wichtig, sich vor Augen zu führen, dass Cisco ein persönliches Interesse daran hat, wie Unternehmen Erfolg in Bezug auf Integrationspraktiken definieren, auch angesichts des Bruchs zwischen IT- und Business-Führungskräften.

Auf der IT-Seite gingen 35% der Befragten davon aus, dass ihre Initiativen einen vollständigen Erfolg darstellen. Business-Führungskräfte dagegen waren nicht ganz so optimistisch; nur rund 15% äußerten, dass die IoT-Einbindung ihre Erwartungen erfüllt hätte.

IT-Führungskräfte legten mehr Wert auf die involvierten Technologien, den Effekt auf die Organisationskultur, die Expertise und die Verkäufer. Im Gegensatz dazu verwiesen Business-Führungskräfte auf Strategie, Prozesse und Geschäftsfälle sowie andere Meilensteine, die mit dem IoT in Verbindung stehen, als Indikatoren für eine erfolgreiche Integration.

„Wir können neue IoT-Innovationen beinah täglich beobachten“, sagt Inbar Lasser-Raab, Ciscos Vizepräsident für Enterprise Solutions Marketing, in einer Pressemitteilung. „Wir verbinden Dinge miteinander, von denen wir nie gedacht hatten, dass sie miteinander in Verbindung stehen können und schaffen so unglaubliche neue Werte für ganze Industrien. Aber das größte Potenzial sehen wir in der Zusammenarbeit mit anderen Anbietern, mit denen wir Lösungen schaffen, die nicht nur verbunden sind, sondern darüber hinaus auch Daten miteinander austauschen. Die geteilten Daten sind die Grundlage für ein Netzwerk von Industrien, die Erkenntnisse miteinander teilen, um so beträchtliche Zugewinne für Unternehmen und die Gesellschaft zu erzielen. Kein Unternehmen kann diese Aufgabe alleine bewältigen.“