Ist das Ende traditioneller Apps nahe?
Digital Trends

Ist das Ende traditioneller Apps nahe?

Jan Wolter • 13. Dezember 2017

Einmal eine App, immer eine App?

Seit der Gründung des App Stores 2008 hat sich die globale Wirtschaft rund um Apps rasant entwickelt. Heute ist sie ein etablierter Zweig der digitalen Wirtschaft, deren Wert bis 2020 auf über 100 Milliarden Dollar geschätzt wird.

Und dennoch prognostizieren Experten weiterhin ihren Untergang, wobei die sogenannte Plattformwirtschaft bereit ist, ihren Platz einzunehmen. In der sich neu formierenden Plattformwirtschaft werden verschiedene Dienste von den üblichen Verdächtigen wie GAFA (Google, Apple, Facebook und Amazon) in einer Handvoll Apps gebündelt.

Rund 6,3 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt werden gemäß App Annie bis 2021 ein mobiles Endgerät benutzen. Vergleicht man diese Zahlen mit den heutigen Werten von rund 3,4 Milliarden Smartphonebesitzern, so muss man kein Mathematikgenie sein, um das enorme Potenzial mobiler Dienste zu erkennen. Nach einer aktuellen Bitkom-Umfrage verlassen in Deutschland 87% der Generation Y nie das Haus ohne ein Smartphone.

Dieses enorme Potenzial bereitet auch Schwierigkeiten.

„Viele Startups stehen unter massivem Druck, etwas Innovatives zu entwickeln. Wenn sie es schaffen, sehe ich zunehmend größere Unternehmen, die die Innovation übernehmen und als eigenständiges Feature in ihren Service integrieren. Das prominenteste Beispiel ist Instagram Stories”, sagt Michel Stumpe, Geschäftsführer des Berliner Mobilitätsdienstleisters free2move.

Dieses Beispiel verdeutlicht eine weitere Entwicklung in der aktuellen App-Wirtschaft: Der Trend bewegt sich von einzelnen Apps weg und hin zu Plattformen, die mehrere Funktionen und Dienstleistungen kombinieren.

Das Voranschreiten von IoT scheint unaufhaltsam. Virtuelle Assistenten wie Amazons Alexa sind auf dem Vormarsch und entfalten ihr volles Potenzial, wenn sie mit anderen intelligenten Geräten (Smart Devices) verbunden werden. Chatbots generieren in Asien bereits Milliarden von Dollar Umsatz und breiten sich jetzt weltweit aus. Die Herausforderungen für Apps von Unternehmen liegen auf der Hand: Wenn Nutzer per Sprachsteuerung an jegliche im Alltag wissenswerte Informationen oder Dienste gelangen, werden spezialisierte Apps überflüssig.

„Wer sich langfristig erfolgreich im sich verändernden Umfeld positionieren will, muss den Anwender in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellen”, sagt Jeffrey Nolte, CEO von Nolte. Gerade bei IoT oder Connected Cars werden die Herausforderungen, eine konsistente Benutzererfahrung zu gewährleisten, immer anspruchsvoller und schwieriger. Moderne Testmethoden, die den Anwender in den Mittelpunkt stellen und seinen Bedürfnissen entsprechen, sind unerlässlich“.

Wohin geht die Reise für die Apps?

Die internationale App-Wirtschaft befindet sich weltweit im Umbruch. Wohin geht diese Reise, sowohl für Kunden als auch für Marken?

Unsere Kunden und ihre Bedürfnisse spiegeln die Richtung unserer Weiterentwicklung wider. Wir wollen ihren Bedürfnissen jederzeit gerecht werden und passen uns bei Bedarf an neue Gegebenheiten an”, sagt Nolte. „In Zukunft werden Apps eine noch größere Rolle spielen. Die Themen Sicherheit und Benutzeroberfläche werden auch weiterhin einen Schwerpunkt bilden. Ich spreche hier nicht von klassischen Benutzeroberflächen: Die App der ‚Zukunft‘ kommt möglicherweise auch ohne Schnittstelle perfekt aus.“